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Gewalt in Beziehungen

Körperliche, psychische oder sexuelle Gewalt gegen Frauen kommt in allen Kulturen in allen Altersgruppen und in allen sozialen Schichten vor.

Gewalt gegen Frauen findet überwiegend im sozialen Nahraum, d.h. zu Hause, statt. Fast immer wird die Gewalt von Ehemännern, Söhnen, weiteren Verwandten, Freunden oder Lebenspartnern ausgeübt.

Scham und Schuldgefühle sowie die Hoffnung doch noch alles „im Guten“ regeln zu können, machen es für viele Frauen schwer, über ihre Erlebnisse zu sprechen und sich Hilfe und Unterstützung zu suchen.
Insbesondere den Schritt zu einer Anzeige scheuen viele Frauen, auch aus Angst vor einer weiteren Eskalation der Gewalt.

Andere Frauen wissen nicht um die rechtlichen Möglichkeiten und um die Unterstützungsangebote, die es für Frauen in solchen Notlagen gibt.

Viele Frauen fühlen sich hilflos und wissen nicht, wie sie eine Entscheidung treffen und wie sie mit ihren unterschiedlichen Gefühlen umgehen können. Nicht alle Frauen wollen sich aus ihrer Partnerschaft lösen.

Einige wollen trotz Demütigungen und Misshandlungen die Wünsche und Hoffnungen, die sich mit dem Partner verbinden nicht aufgeben bzw. wollen ihn als Vater für die gemeinsamen Kinder halten. Viele Frauen versuchen zu verstehen, wie es zu der Gewaltsituation kam. Sie hoffen mit dem Verstehen, die Bedingungen ändern zu können, so dass der Partner nicht wieder schlägt, demütigt, verletzt. Damit übernehmen sie bereits die Verantwortung für die Gewaltsituation.

Andere Frauen haben die Befürchtungen, dass der Partner eine Trennung nicht akzeptiert und die Bedrohung dadurch zunehmen würde.

Gewalt-, Bedrohungs- oder Grenzverletzungssituationen werden von verschiedenen Frauen individuell unterschiedlich erlebt. Häufig ist es erleichternd mit einer außenstehenden Person über die Erlebnisse zu sprechen, um sie für sich einordnen zu können oder um mit Hilfe einer Gesprächspartnerin klären zu können, was die eigenen Wünsche, Vorstellungen sind und wie weitere Schritte dahin aussehen könnten.